Lerntechniken

6 Kinder sitzen am Tisch von oben fotografiert

Lerntechniken für Grundschulkinder machen das Lernen einfacher ©gpointstudio

Dein Kind muss grundsätzlich die Möglichkeit haben, selbst bestimmt zu entscheiden, wie es lernt. Für Grundschulkinder ist es wichtig, dass man ihnen zeigt, welche Techniken es gibt, und sie dabei unterstützt, das richtige Werkzeug zu finden und anzuwenden.

Durch die richtige Wahl der Lerntechnik lernt Dein Kind schneller und effektiver.

Je nach Lerntyp (Welcher Lerntyp bin ich?) und Thema gibt es unterschiedliche Methoden, mit denen Dein Kind Lernstoff einfach und schnell verinnerlicht und komplizierte Zusammenhänge verstehen kann.

Zeige Deinem Kind – je nach Entwicklungsstand – immer wieder neue Techniken. Je früher Du damit anfängst, desto sicherer wird Dein Kind. Die Techniken helfen ihm dann langfristig in allen Schuljahrgängen. Dein Kind sollte schon in der Grundschule „Meister“ in den Techniken werden.

Inhalt:

    1. Arbeiten mit Karteikarten/Bildkarten
    2. „Mind-Mapping“
    3. Die Wichtigkeit spielerischem Lernens u.a. Experimente
    4. Elektronische Medien
    5. Lerngruppen- Lernen mit Freunden/Familie
    6. Rahmenbedingungen für alle Lerntechniken

1. Arbeiten mit Karteikarten und Bildkarten

Das Arbeiten mit Karteikarten ist eine sehr traditionelle, aber auch sehr bewährte Lerntechnik. Für Dein Grundschulkind sind Bildkärtchen eine gute Alternative, falls Dein Kind noch nicht sicher im Schreiben ist. Schreiben lässt sich hierbei aber auch gut üben.

Die klassische Art des Arbeitens mit Karteikarten ist es, Kärtchen zu den Lernthemen anzulegen:

  1. Auf die Vorderseite die Frage, auf der Rückseite die Antwort.
  2. Die Karten steckt man in das erste (von fünf) Fächern in einem Karteikasten
  3. Dein Kind nimmt das erste Kärtchen, liest die Frage und versucht sie zu beantworten.
    → wenn die Frage richtig beantwortet ist, rutscht das Kärtchen nach hinten
    → wenn nicht, bleibt es vorne.

Das Ziel ist es, alle Fragen zu beantworten und die Kärtchen so im letzten Kästchen zu haben.

Hier spielt die Wiederholung (min. 5-mal) der Fragen und Antworten eine große Rolle beim Lernen. Ist Dein Kind ein visueller Lerntyp? Da trägt auch schon das Anlegen der Kärtchen zum Lernerfolg bei.

Versuche es doch mal mit Bildkärtchen! Dabei werden die Kärtchen mit Bildern bemalt oder beklebt, z. B. Blätter zu den Bäumen zuzuordnen. Das dauert zwar länger, aber Dein Kind lernt das meiste schon beim Basteln der Kärtchen.

Das hört sich nach einem hohen Aufwand für wenig Lerninhalt an? Vergesse nicht, dass Dein Kind vom systematischen Lernen seine ganze Schullaufbahn profitiert.

Praxis Trick zu Karteikarten

Trick 36 “Lernen mit Bildkärtchen”

In diesem Video zeige ich an einem Beispiel eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, mit Bildkärtchen zu lernen.

Dieses Video erscheint in Kürze.


2. Mind-Mapping

Mind-Mapping heißt so viel wie „Gedanken-Anordnen“. Das trifft es nicht 100 %. Tatsächlich ist es eine kreative Methode, um verschiedenr Bereiche des Gehirns zu stimulieren und erhöht somit die Wahrscheinlichkeit, dass der Lernstoff auch hängen bleibt.

  1. Starte mit einem großen weißen Blatt und bunten Stiften.
  2. Lasse Dein Kind das Lernthema in die Mitte des Blattes schreiben, nehmen wir z.B. den „Herbst”.
  3. Schreibe nun alle Themen, die Deinem Kind dazu einfallen, in Verzweigungen dazu. Ein Begriff könnte z.B. Laub sein.
  4. Auf diese Linie werden dann wiederum neue Linien mit allen Bäume und die dazugehörigen Blätter gemalt/geschrieben.
  5. Eine andere Linie kann dann zu den Aktivitäten wie z. B. Drachensteigen etc. angelegt werden.

Diese Technik ist besonders für komplexere und fächerübergreifende Themen geeignet. In der Grundschule z.B. für Sachkunde oder einem Spezialthema wie z. B. der Verkehrserziehung.

Praxis Trick zu den Mindmapping

Trick 41 Mind-Mapping (Gedankenkarte) hilft, Themen zu verstehen

Hier ist ein Beispiel für ein Mindmap:

Eine Grafik mit 3 Fotos und Text zu Gedankenkarten.

Das Mindmap hilft, sich komplexere Themen einzuprägen. ©Silke Joos


3. Die Wichtigkeit spielerischen Lernens u. a. Experimente

Spielerisches Lernen erhöht die Lernmotivation immens. In Zusammenhang mit praktischem Umsetzen/Ausprobieren zählt es zu der besten Lerntechnik für nachhaltige Wissenserweiterung.

Da in der Grundschule die Grundbausteine für den kompletten schulischen Lernerfolg gelegt werden, ist nachhaltiges Lernen hier besonders wichtig.

Außerdem ist erwiesen, dass die Lernmotivation zurückgeht, umso mehr negative Lernerlebnisse Dein Kind in den ersten Schuljahren hat. (Lernmotivation erhalten und stärken). Mit lustigen Spielen zu den Lerninhalten ist aber der Spaß vorprogrammiert.

Gerade in der Grundschule ist es möglich, viele Themen spielerisch zu vermitteln bzw. praktische Übungen oder „Experimente“ dazu zu machen.

Der Aufwand zur Vorbereitung ist Dir zu hoch? Schau Dir meine Video-Tutorials an und überzeuge Dich wie einfach manche Dinge umzusetzen sind.


4. Elektronische Medien

Elektronische Medien sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Gerade beim Lernen können sie gut unterstützen. Lern-Apps und Programme bringen Kinder Lerninhalte spielerisch bei. Bedenke aber, dass Dein Kind Themen auch selber erarbeiten muss und vor allem anfassen muss. Auch das beste Lernprogramm ist nur zweidimensional. Durch selber machen und dem Erspüren von Themen werde wichtige Inhalte nachhaltiger vermittelt.

Speziell für den „motorische Lerntyp“ ist das pure Zuschauen nicht besonders effektiv. Das Positive bei den Lernprogrammen oder auch wertvollen TV-Sendungen ist, dass Inhalte vermittelt werden, die nur mit großem Aufwand für Dich möglich sind. Z.B. eine TV-Sendung über die Herstellung eines Buches.


5. Lerngruppen-Lernen mit Freunden/Familie

Warum nicht bestimmte Themen gemeinsam mit Freunden oder der Familie erarbeiten? Das kann mit kleineren Themen z. B. im Rahmen eines Spielenachmittags passieren.

In Gruppenarbeiten hat Dein Kind den Vorteil, dass es unterschiedliche Sichtweisen und Herangehensweisen zu einem Thema kennenlernt. Die Lernmotivation ist auch erhöht, weil das Lernen hier zu einem „Erlebnis“ wird.

Diese Lerntechnik hilft speziell, wenn Dein Kind zum „Kommunikativen Lerntyp“ gehört.

 


6. Rahmenbedingungen für alle Lerntechniken

Um sich Lernstoff erfolgreich anzueignen und zu behalten, müssen bestimmte Rahmenbedingungen gegeben sein.

a.) Wiederholungen

Wiederholungen des Lernstoffes helfen Deinem Kind, das Gelernte in das Langzeitgedächtnis zu überführen. Deswegen ist es wichtig, das Gelernte nicht nur schnell zu verstehen (und dann wieder zu vergessen), sondern auch wiederholt zu üben.

b.) Pausen

Ausreichend Pausen zwischen den Lerneinheiten bzw. auch zwischen Schule und Hausaufgaben helfen, die Konzentration wiederherzustellen. Pausen sollten zum Relaxen, zum Spielen aber vor allem zur Bewegung genutzt werden. Dabei gilt: umso freier das Kind in der Gestaltung dieser Zeit ist, umso besser kann es sich regenerieren.

c.) Bewegung

Bewegung sorgt dafür, dass die Konzentrationsfähigkeit wieder erhöht wird. Durch die Bewegung werden Endorphine ausgeschüttet und Stresshormone abgebaut. Das Gehirn wird besser durchblutet und das Arbeitsgedächtnis wird aktiviert. Das sind alles Grundlagen für eine effektive nächste Lerneinheit.

d.) Schlaf

Ausreichend Schlaf ist speziell für Kinder wichtig. Dabei geht es um zwei Dinge. Erstens, ausgeschlafen ist Dein Kind leistungsfähiger. Zweitens, wird Wissen beim Schlafen vom Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis überführt.

e.) Trinken

Studien zeigen, dass das Gehirn sich vermehrt anstrengen muss, um Wassermangel auszugleichen. Dieser Energieabfluss kann den Lernerfolg beeinträchtigen. Flüssigkeitsmangel kann manchmal zu Kopfschmerzen führen, auch damit ist der Lernerfolg Deines Kindes beeinträchtigt.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Grundschulkindern, ca. 1 L Flüssigkeit über den Tag verteilt zu trinken.



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